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1. Schritt - Folgende
Punkte sollte man im voraus abklären:
-
Welche Songs aufgenommen
werden sollen und welche Spiellänge sie haben.
-
Wie die Aufnahme klingen
soll (evtl. anhand Muster-CDs für gewünschte Sounds).
-
Wie die optische
Erscheinung und Ausstattung des Tonträgers aussehen soll.
2. Schritt Errechnung des
benötigten Budgets, für das Projekt. Dieselbe Aktion erfolgt beim Drucksachen-Designer und
beim CD-Presswerk. Für die
Vorkalkulation sollte natürlich auch die Vorabschätzung/- berechnung anfallender
GEMA-Lizenzen berücksichtigt werden! Die CD muss vor Veröffentlichung
vorausgehend bei der GEMA (für Deutschland)
angemeldet werden.
GEMA Gebühren:
Maxi-CD: €
0,248 Spieldauer: 23Min./Werkanzahl: 5 / Fragmente:12; Mindestgebühren CD-LP:
€
0,6199 Spieldauer: 80Min./Werkanzahl: 20 / Fragmente: 40; Mindestgebühren MC:
€
0,3720 LP: €
0,3627 Maxi-LP: €
0,2639
Eine Pflicht zur Mitgliedschaft in
der GEMA besteht nicht. Sollte es also nur darauf ankommen, bei eventuellen
Rechtsstreitigkeiten das Urheberrecht nachweisen zu können, empfiehlt sich die
Hinterlegung der Werke (in Form von Noten und Tonträgern) bei einem
Rechtsanwalt. Auch die Versendung der Werke an sich selbst (per Einschreiben in
einem versiegelten Umschlag) erleichtert den Nachweis der Urheberschaft.
Die Herstellung von
Tonträgern unterliegt jedoch der GEMA-Meldepflicht (Vervielfältigungsmeldung).
Für die Meldung liegen bei der GEMA vorgefertigte Formulare bereit, bei deren
ausfüllen wir Ihnen gerne behilflich sind.
Leistungsschutzrechte / GVL
Auch
Hersteller und Interpreten haben Rechte an den von Ihnen festgelegten
(interpretierten) Werken. Diese Rechte werden, im Falle der (kostenlosen)
Mitgliedschaft, durch die GVL wahrgenommen. So schüttet die GVL z.B. für die
(mögliche) Zweitauswertung von Einspielungen ca. 30 - 35% der nachgewiesenen
Honorare zusätzlich an den Musiker aus. Eine weitere Zweitauswertung der
Interpretenrechte, das Senderecht, rechnet die GVL mit dem sog. Label ab. Zur
EDV-gerechten Erfassung der Sendeminuten vergibt die GVL einen Labelcode.
Sollen also Tonträger z.B. vom Rundfunk gesendet werden, gilt durch den
Aufdruck des Labelcodes das Senderecht als erteilt. Die Rundfunkanstalt wird in
Ihrem Sendebericht den Labelcode zur Verrechnung mit der GVL benutzen.
3. Schritt Abgleich der auf Basis
der eingeholten Preisinfos erstellten Kalkulation mit den verfügbaren
finanziellen Mitteln. Eigentümlicherweise decken sich diese beiden Zahlen nie!
Also müssen die verfügbaren Mittel erhöht (meist schwierig) und/oder die Kosten
gesenkt werden. Hier kann man versuchen mit dem Grafik-Designer oder dem
CD-Presswerk zu verhandeln z.B.: welche Möglichkeit sehen Sie die geplante
Produktion zu einem niedrigeren bzw. vorgegebenen Tarif zu
realisieren.
4. Schritt Mit den Ergebnissen kann nunmehr ein Zeitplan
für die Produktion aufgestellt werden. Wieviel Vorbereitungszeit brauchen die
Musiker noch vor der Aufnahme? Wieviel Zeit nach der Aufnahme benötigt das
gsp Studio für Mix und/oder Editing bis zur Erstellung eines
Freigabemusters? Wieviel Zeit braucht der Grafik-Designer vom Entwurf bis zur
Belichtung der Lithos? Wann kann er die Spielzeiten für die Tracklist auf
Booklet / Inlaycard bekommen? Wann kann das CD-Presswerk - ab Bereitstellung
von CD-Master und Drucksachenlithos - liefern?
Nicht vergessen: CD Text
implementieren (für Autofahrer u. WMP Nutzer) und die Grafiken transparent
anfertigen, sonst wirkt`s unprofessionell.
5. Schritt Die einzelnen Songs
müssen spieltechnisch sitzen und auch das Arrangement sollte man anhand z.B.
einer Vorproduktion auf Tape im Proberaum prüfen, ob die Titel inhaltlich den
Ansprüchen genügen.
- Welche Instrumente werden gespielt,
welche Verstärker oder Amps sind vorhanden?
- Was muss noch zusätzlich für die
Aufnahme organisiert werden?
6. Schritt Ein paar Tage vor
Aufnahmetermin müssen! neue Saiten auf die Gitarren und Bässe aufgezogen und
eingespielt werden. (Ganz neue Saiten sind nicht stimmstabil genug). Die
Fussmaschine des Schlagzeugers sollte bei Bedarf geölt werden, um ein
"Quitschen" zu verhindern!
Der Plattenvertrag
1. Schritt / Die
Einstellung
-
120 prozentiger Einsatz
beim Proben im Übungskeller und bei Liveauftritten.
-
Sich voll auf die Musik
konzentrieren!! Die Wochenarbeitszeit bei der Arbeitstelle versuchen zu
reduzieren.
-
Den Spass beim Musikmachen
nicht verlieren!!
-
Niemals aufgeben! Die
eigene Überzeugung von sich muss vorhanden sein!
2. Schritt / Fragen beantworten zur
Musikqualität
-
Würdet Ihr eure Musik im
Plattenladen kaufen?
-
Bin ich echt oder imitiere
ich etwas?
-
Ist meine Musik gut, ist
Sie einzigartig?
-
Könntet Ihr eure Musik im
Radio hören, ohne ein Scheissgefühl dabei zu haben?
- Alle Fragen mit Ja beantwortet? Dann
weiter zu Schritt 3
3. Schritt / Are you
ready?
-
Ist mir Musik so wichtig,
dass ich nichts anderes tun will?
-
Bin ich hart genug und kann
Enttäuschungen immer wieder verkraften?
-
Bin ich kreativ genug und
habe genug Ideen, für immer wieder neue Songs?
-
Kann ich andere von mir und
meiner Musik überzeugen?
-
Ist mir klar, dass ich
nicht nur meine Musik an die Plattenfirma verkaufe?
Alle Fragen mit Ja beantwortet? Dann
weiter zu Schritt 4
4. Schritt / Das Vorgehen
planen
-
Setzen Sie sich ein Ziel.
(Wieviele Konzerte dieses Jahr, die erste Demo-CD usw.)
-
Entwickeln Sie eine
Vorgehensstrategie um dieses Ziel zu erreichen. (An welchen Events kann ich
auftreten? Wann kann ich im gsp Tonstudio aufnehmen?)
-
Bringen Sie sich ins
Gespräch. (Website, Konzerte, Events, Wettbewerbe usw.)
-
Knüpfen Sie Kontakte zu
wichtigen Leuten im Musikbusiness (z.B. auf Livekonzerten, bei Veranstaltungen,
über Produzenten, durch Bekannte, übers Internet, im gsp Tonstudio
usw.)
-
Überlegen Sie sich was Sie
tun, wenn alles klappt und Sie wirklich einen Plattenvertrag
bekommen.
5. Schritt / Die
Demo-CD
Die Demo-CD sollte über eine gute
Musikqualität verfügen. LoFi Aufnahmen im Übungskeller haben eine geringe Chance
auf Erfolg!
Für die Aufnahme sollte man einen
Produzenten ( Bandmitglied auch möglich) bestimmen oder verpflichten. Dieser
kann aus dem vorhandenen Songmaterial (z.B. durch ein durchsichtigeres
Arrangement) mehr herausholen.
An den A&R Manager sollte eine CD
verschickt werden, da nicht jeder A&R Manager ein DAT-Gerät zur Verfügung
hat. Der beste Titel am Anfang. (Hierzu auch Freunde befragen) Maximal drei
Titel einsenden.
6. Schritt / Was gehört ins
Infopaket?
Persönliches
Anschreiben Das
persönliche Anschreiben muss an den A&R Manager gerichtet sein, z.B. mit
Vermerk: bezugnehmend auf das Telephongespräch vom.... An die
A&R-Abteilung adressiert hat keine Chance! Das Anschreiben sollte kurz
sein.
Eine Infomappe beilegen mit Bandbiographie Kurz, knapp, alles wichtige, pfiffig,
informativ und übersichtlich, klare Fakten und Gliederung ohne Schnickschnack,
keine Hobbys angeben. Keine Sprüche wie "schon zahlreiche Gigs gespielt" oder
"reiche Bühnenerfahrung" Ins Info gehören ein Beschrieb der Musik und
Referenzen, (z.B. Vorprogramm einer bekannten Band oder Auftritt an einem
bekannten Festival). Wenn man keine wirklichen Referenzen hat, schreibt man auch
keine rein! Schlecht: "Auftritte im Vorprogramm von Nochniegehört" In`s
Infopaket gehören eine Biographie, Zeitungsausschnitte und
Bandfotos.
Inhalt des
Begleitbriefes Im
Begleitbrief sollte man erwähnen, wie man sich die Zusammenarbeit vorstellt und
warum Sie gerade diese Firma anschreiben.
Bandfotos müssen gut sein, möglichst von einem Profi
aufgenommen. Keine "grimmiger-als-ich-kann-niemand-dreinschauen"
Fotos!
Was muss noch beachtet
werden?
-
Das Demo- Paket muss
optisch sehr professionell daher kommen (originell, kreativ,
auffällig)
-
Name der Band, die
Songtitel und die Kontaktadresse gehören auf die CD-Hülle und CD, Info und
Foto!
-
Bandinfo nicht per
E-Mail senden!
-
Der Umschlag muss richtig
frankiert sein.
Persönliches
Vorsprechen
Viele Deals werden nicht über einen
unpersönlichen Demo-Versand, sondern über persönliche Kontakte von Produzenten,
Verlegern oder Managern abgeschlossen. Grundsätzlich ist es das beste, wenn Sie
jemanden für Ihre Musik begeistern können, der die Label-Leute kennt und
persönlich bei Ihnen vorsprechen kann. Ist keine solche Person vorhanden,
versuchen Sie wenigstens (allerdings ohne sich allzu grosse Illusionen zu
machen), einen persönlichen Termin bei einem A&R Manager zu
erhalten.
7. Schritt / Richtige Auswahl der
Labels
Kleines Label einem Major Label
vorziehen (Vorteil direkte Verbindungen, mehr Vertrauen, mehr Image) Richtige
Labels aussuchen (Gitarren-Rock nicht an Techno Label senden!)
Schreiben Sie nicht wahllos alle
Labels an, sondern überlegen Sie sich vorher, wer an Ihrer Musik interessiert
sein könnte, sonst verzetteln Sie sich nur unnötig und verlieren wertvolle
Energie und Zeit.
8. Schritt / Das Telefon mit dem A
& R Manager Vorausgehend sollte man telephonischen Kontakt mit dem
A&R Manager des Labels aufnehmen und ihm mitteilen, er werde morgen das
Infopaket Ihrer Band erhalten. Hat man keinen Namen vom A&R Manager,
verlangt man ihn beim Sekretariat.
9. Schritt / Nachfragen Falls man
keine Antwort erhält, kann man nach ca. zwei bis drei Wochen konkret nach dem
eingeschickten Demo beim A&R Manager nachfragen. Wenn euer Demo noch nicht
angehört wurde, nachfragen wann man sich wieder melden kann.
Zeigt ein A&R Interesse an euren
Songs, gibt es noch lange keinen Plattenvertrag. In aller Regel werden
zunächst weitere Songs angefordert und Auftritte besucht. Dieser Prozess
kann sich über mehrere Monate hinziehen.
10. Schritt / Anwalt
kontaktieren Hat man vom Label das Angebot erhalten, einen Plattenvertrag zu
unterschreiben, sollte man diesen vor der Unterschrift von einem fachkundigen
Anwalt überprüfen lassen. Einzelne unstimmige Vertragspunkte können so noch zu
euren Vorteilen korrigiert werden.
Achtung!!! In jeden Vertrag gehört
eine örtliche und zeitliche Begrenzung. Sinnvoll ist ein Vertrag über 2 bis max.
3 Platten!!
Alles klar, dann Plattenvertrag
unterschreiben!
Viel Glück wünscht das gsp Team:
Andy und Torsten
Quelle: BWS TS / gsp 2008
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